holztechnologie - Ausgabe 3/2018 - Aktuelle Ausgabe

Gottlöber, C.; Korn, C.; Röbenack, K.; Wagenführ, A.

Messerschläge auf Holzoberflächen beim Umfangsfräsen; Teil 2: Strategien und Konzepte zur Reduktion

Holztechnologie 59(2018)3. – S. 5 - 13

„Fräsen ist eines der bedeutendsten Zerspanungsverfahren in der Holzindustrie. Es gestattet durch seine Konstellation das Abrichten, Profilieren und Formen von Werkstückoberflächen mit hohen Spanabtragsraten. Durch die verfahrensbedingte Kombination zweier unterschiedlicher Bewegungsarten (rotatorische Schnittbewegung, translatorische Vorschubbewegung) entsteht jedoch eine resultierende Wirkbewegung, die einer verlängerten Zykloidenbahn folgt und im Ergebnis eine periodische Wellenform, die Messerschläge, auf der gefertigten Fläche des Werkstücks erzeugt. Diese Messerschläge sind zumeist sichtbar und beeinflussen die Oberflächenqualität und damit u. U. auch nachfolgende Beschichtungs- und Verleimungsprozesse. Somit sind weitere Schritte zur Feinbearbeitung (zumeist Schleifen) notwendig, um die Qualität (Rauheit) der gefrästen Oberflächen entsprechend den vorgegebenen Qualitätsstandards zu verbessern. Das bedeutet zusätzliche Aufwendungen und Kosten sowie Fertigungsschritte und -zeit. Forscher und Praktiker suchen deshalb schon seit langer Zeit nach Möglichkeiten, Bearbeitungsverfahren zur Erzielung messerschlagfreier bzw. messerschlagreduzierter Oberflächen zu entwickeln. Neben der Beschreibung und der Analyse der Geometrie der Messerschläge und den relevanten Störgrößen sollen in diesem Beitrag derartige mechanische und adaptronische Lösungsansätze wie auch existierende alternative Verfahren vorgestellt, eingeschätzt und verglichen werden. Es werden auch erste erfolgversprechende Experimente der Autoren zur Thematik vorgestellt.“

(Autorenreferat)

 

 

Sinn, G.; Maierhofer, J.; Lichtenegger, H.

Einfluss von Holzart, Schnitttiefe und -richtung auf die Schnittkräfte beim Dünnschnitt

Holztechnologie 59(2018)3. – S. 14 - 18

„Holzdünnschnitt ist eine Präzisionstechnologie zur Herstellung von hochqualitativen Lamellen für die Parkettindustrie. In dieser Arbeit werden die Schnittkräfte, die an sechs Holzarten und in zwei Orientierungen (A und C) gemessen wurden, miteinander verglichen. Die gemessenen Kräfte in A-Orientierung zeigen dabei das wohlbekannte lineare Verhalten als Funktion der Spandicke. Die Kräfte in C-Orientierung hingegen steigen mit Spandicke überproportional an. Ursache dafür ist vermutlich die an der Nebenschneide mit steigender Spandicke beobachtete, zunehmende Schädigung in Faserrichtung.“

(Autorenreferat)



Sukumaran, S. P.; Kisselbach, A.; Scholz, F.; Rehm, C.; Graef, J.

Investigation of machinability of kiln dried oil palm wood with regard to production of solid wood products

Untersuchungen der Bearbeitbarkeit von technisch getrocknetem Ölpalmenholz in Hinblick auf die Produktion von Massivholzprodukten

Holztechnologie 59(2018)3. – S. 19 - 31

„Ölpalmenholz (oil palm wood – OPW) ist ein Nebenprodukt der Palmölindustrie und gewinnt als Rohmaterial zunehmend an Bedeutung, da es in großen Mengen verfügbar ist und es in vielen Teilen der Welt an traditionellen Holzarten mangelt. Umfangreiche Studien und Projekte haben Anwendungen von OPW mit hohem wirtschaftlichem Potenzial ergeben. Trotz dieser vielversprechenden Fakten und Ergebnisse wird OPW aufgrund der Komplexität des Trocknungsprozesses und der maschinellen Bearbeitung nicht industriell verarbeitet. Die spezifische Struktur von OPW erfordert zudem eine geeignete Trocknungstechnik mit angepassten Parametern, um Zellkollaps zu vermeiden. Schwierigkeiten bei der Bearbeitung treten zum einen als Folgeerscheinung vorgelagerter Prozesse auf (Holzschutz, Trocknung) und zum anderen aufgrund der stark variierenden Dichteverteilung und der extrem abrasiven Wirkung durch eingelagerte Silikatpartikel. Diese Studie zielt auf die genaue Beobachtung und Analyse von Zerspanungsverfahren für OPW ab. Als Ergebnis sollen produktorientierte Bearbeitungslösungen mit optimierten Zerspanungswerkzeugen und Bearbeitungsprozessen resultieren. Eine Reihe von Zerspanungsversuchen wurde durchgeführt, um die Möglichkeiten beim Hobeln, Fräsen, Sägen und Bohren zu untersuchen. Ergebnisse dieser Studie haben gezeigt, dass Schneidstoff, Schneidengeometrie und die Dynamik des Zerspanungsprozesses einen großen Einfluss auf den Werkzeugverschleiß haben. Bei unterschiedlichen Bearbeitungsprozessen wurde außerdem ein deutlicher Einfluss eines fehlerhaften Trocknungsprozesses auf Vorspaltung und Ausrisse festgestellt. Des Weiteren wurde die Bedeutung der Zerspanungskinematik in Bezug auf die Morphologie des Werkstoffs ermittelt. Darüber hinaus wurde ein Einfluss des Feuchtegehalts auf die Abrasivität des Werkstoffs erkannt. Die Ergebnisse dieser Studie haben zu einem besseren wissenschaftlichen Verständnis des Werkstoffs an sich und seines Verhaltens während der Bearbeitung geführt. Das trägt dazu bei, Schwierigkeiten bei der Bearbeitung von OPW zu bewältigen, die Bearbeitungsprozesse zu verbessern und den optimalen Schneidstoff mit geeigneter Schneidengeometrie festzulegen.“

(Autorenreferat)

 

 

Bunzel, B.; Jesse, K.

Entwicklung formaldehydfreier Aminoharze auf Basis von Glyoxylsäure und Glyoxal für Holzwerkstoffe

Holztechnologie 59(2018)3. – S. 32 - 39

„Formaldehydfreie Harze können durch Substitution des Formaldehyds durch alternative Aldehyde, wie hier beschrieben Glyoxal und Gloxylsäure, hergestellt werden. Die Synthese des Harzes ist einfach umzusetzen und es bedarf keinerlei neuer Technologie. Sowohl die Verarbeitbarkeit als auch die Haltbarkeit der formaldehydfreien Harze entsprechen den in der Industrie erforderlichen Ansprüchen. Es wurden mit diesem formaldehydfreien Harz unterschiedlichste Holzwerkstoffe mit guten mechanischen Eigenschaften und sehr niedrigen Formaldehydemissionen hergestellt. Die hygrischen Eigenschaften müssen mittels eines passenden Hydrophobierungsmittels optimiert werden. Die Presszeiten konnten durch Optimierung der Rezeptur verkürzt werden. Sowohl die Span- als auch die Faserplatten erreichen die in der Norm beschriebenen Anforderungen. Die Herstellung und Verarbeitung der formaldehydfreien Aminoharze entspricht somit der von formaldehydhaltigen Aminoharzen, eine weitere Reduktion der Presszeiten ist aber erforderlich.“

(Autorenreferat)

 

 

Köstner, V.; Hiller, B.; Ressel, J. B.; Sadlowsky, B.

Simulation des Kriechverhaltens von Verpackungen aus Wellpappe

Holztechnologie 59(2018)3. – S. 40 - 48

„Die Ergebnisse dieses Beitrags sind Bestandteil eines im Oktober 2015 gestarteten Gemeinschaftsforschungsvorhabens der Papiertechnischen Stiftung Heidenau/Sa. und des Instituts für BFSV an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Ziel des Projektes war die Entwicklung einer kontinuumsmechanisch begründeten Methode zur Berechnung des klimaabhängigen Kriechverhaltens von Wellpappeverpackungen. Mit Hilfe von geschwindigkeitsgesteuerten Kurzzeitversuchen an Wellpappenproben, des generalisierten Maxwell-Modells und der Prony-Analyse ist es möglich, das Kriechverhalten von Wellpappen-proben im Normklima zu berechnen. Durch Vergleich der gemessenen und berechneten Kriechverläufe konnte diese Annahme bestätigt werden. In weiteren Versuchsreihen steht das Kriechverhalten im Feucht- und Wechselklima im Zentrum der Untersuchungen. Am Ende des Forschungsvorhabens sollte es möglich werden, mittels der Ergebnisse und der Finite-Elemente-Methode eine Simulation des Verhaltens von Wellpappenverpackungen über einen bestimmten Zeitraum bis hin zum Versagen darstellen zu können.“

(Autorenreferat)

 

 

Scheiding, W.; Weiß, B.; Flade, P.; Plaschkies, K.

Zur Problematik der Bewertung des Erscheinungsbildes von Terrassen- und Balkonbelägen aus Holz

Holztechnologie 59(2018)3. – S. 49 - 54

„Holzbeläge im Außenbereich, genauer Terrassen- und Balkonbeläge, sind bedeutende Verwendungsbereiche für Massivhölzer oder Holzwerkstoffe. Obwohl die Nachfrageentwicklung bei Holzbelägen und auch Holzfassaden generell positiv ist, gibt es zunehmend Probleme und auch Reklamationen bezüglich des Erscheinungsbildes. Die Veränderungen betreffen sowohl unbehandelte als auch oberflächenbehandelte Bauteile und treten häufig schon nach wenigen Wochen auf. Ursachen sind häufig Verfärbungen, die von Mikroorganismen hervorgerufen werden, Verwitterung oder chemische Reaktionen. In diesem Beitrag wird auf die Besonderheiten und Probleme bei der Bewertung des Erscheinungsbildes (ästhetische Funktion) bzw. der optischen Mängel eingegangen.“

(Autorenreferat)

 

 

Barbu, M. C.; Kobori, H.

Universitäre Ausbildung für Holzwissenschaft in Europa und weltweit; Teil 23: Japan (2)

Holztechnologie 59(2018)3. – S. 55 - 59

„In 13 Teilen wurden wichtige Hochschulinstitutionen für Holzwissenschaft und Holztechnologie aus 33 Ländern Europas vorgestellt. Die Teile 14 bis 21 gaben eine Einführung in die Lage der nordamerikanischen Forst- und Holzindustrie, und stellten kanadische und US-amerikanische Institutionen für die Holzwissenschaften und die Holzforschung vor. Mit Teil 22 begann eine neue Reihe von Beiträgen über Asien und zwar mit Ausführungen zur Lage der japanischen Forst- und

Holzwirtschaft. In Teil 23 folgt nun die Fortsetzung und stellt die japanischen Ausbildungs- und Forschungsstätten sowie die Fachverbände im Bereich Holz vor.“

(Autorenreferat)

 

 

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