HOLZTECHNOLOGIE - AUSGABE 3/2019 - AKTUELLE AUSGABE

Sieburg-Rockel, J.; Koch, G.; Kaschuro, S.; Helmling, S.; Olbrich, A.

Identifizierung von Holzarten in Spanplatten

Holztechnologie 60(2019)3. – S. 5 - 9 : 5 Abb., 1 Tab., 9 Lit.

„In die EU eingeführte Hölzer und Holzprodukte, Spanplatten eingeschlossen, unterliegen seit 2013 der Holzhandelsverordnung (EUTR, 2010). Im Hinblick auf die korrekte und vollständige Deklaration werden am Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte erstmals die Holzartenzusammensetzungen in Spanplatten grundlegend untersucht. Die anatomische Bestimmung der Späne in den Deck- und Mittelschichten ist aufgrund der unterschiedlichen Spangrößen und -geometrien deutlich schwieriger im Vergleich zur Bestimmung von Massivholzproben und erfordert einen hohen präparativen Aufwand. Die bisherigen Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchungen zeigen, dass die Holzartenzusammensetzungen zumeist den regionalen Herkünften der Hölzer bzw. Produktionsstätten entsprechen. Die identifizierten Hölzer können in fünf Gruppen – Nadelhölzer, Laubhölzer (temperiert), Laubhölzer (asiatisch), Plantagenhölzer und Recyclinghölzer – unterteilt werden. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werden die Referenzen für die Bestimmung der Hölzer in Spanplatten, gemäß den Anforderungen der EUTR (2010), maßgeblich erweitert.“ (Autorenreferat)

 

Riegler, M.; Pinkl, S.; Schindler, A.; Wolfgang, G. A.

Funktionsorientierte Holzwerkstoffe durch „intelligente“ Additive

Holztechnologie 60(2019)3. – S. 10 - 14 : 6 Abb., 9 Lit.

„Die wohlbekannteste Stärke von Holzwerkstoffen ist die relativ kostengünstige Ausformung von Holz zu plattenförmigen Werkstoffen. Allerdings entstehen durch das abermalige Verkleben der zuvor zerteilten Holzpartikel erhebliche Nachteile im Vergleich zu Massivholz. Hier sind vor allem Verschlechterungen der mechanischen Festigkeit, des Kriechverhaltens oder zusätzliche Emissionen zu nennen. Um diese Schwächen von Holzwerkstoffen auszumerzen, wurden in der vorliegenden Untersuchung Versuche mit diversen organischen sowie anorganischen Additiven durchgeführt. Beispielsweise erhöhte die Zugabe von fibrillierter Lignozellulose die mechanischen Festigkeiten von Harnstoff-Formaldehyd-Harz-gebundenen Spanplatten. Versuche mit Schichtsilikaten als anorganisches Additiv zeigten ähnliche Effekte hinsichtlich der zu erreichenden Festigkeiten. Die beobachtete Festigkeitssteigerung war bei niedrigen Beleimgraden am höchsten, weshalb die Zugabe der verwendeten anorganischen Additiven vor allem bei unzureichenden Verklebungen als Kompensationsmaßnahme in der industriellen Produktion angedacht werden könnte.“ (Autorenreferat)

 

Beyer, M.; Swaboda, C.; Gutt, M.

Untersuchungen zur Entwicklung UV-LEDvernetzbarer Holzbeschichtungen

Holztechnologie 60(2019)3. – S. 15 - 24 : 8 Abb., 6 Tab., 35 Lit.

„Strahlenhärtende Beschichtungen haben gegenüber physikalisch trocknenden oder chemisch vernetzenden Holzbeschichtungen technologische und ökologische Vorteile. Mit diesen Technologien verbundene hohe Energie- und Wartungskosten könnten durch den Einsatz der UV-LED-Strahlertechnologie deutlich verringert werden, wenn dafür geeignete Lackformulierung zur Verfügung stünden. Die vorliegende Arbeit war der Untersuchung reaktiver Bindemittelsysteme und speziell auf die Strahlungscharakteristika von verfügbaren UV-LED-Strahlern abgestimmter Fotoinitiatoren gewidmet. Neben Acrylatharzen kamen unterschiedlich modifizierte Pflanzenöle zum Einsatz. Zur Verringerung der bei Nutzung dieser Technik auftretenden Sauerstoffinhibierung der Härtung im oberflächennahen Bereich (Decklack) und der damit einhergehenden Beeinflussung der Oberflächenqualität wurden neben radikalisch vernetzenden auch sauerstoffunempfindliche kationische Systeme untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass insbesondere einige radikalisch vernetzende Bindemittelformulierungen mittels UV-LED-Härtung bei hoher Vorschubgeschwindigkeit zu mechanisch und chemisch sehr beständigen Holzbeschichtungen verarbeitet werden können.“ (Autorenreferat)

 

Passauer, L.; Dieringer, F.; Weise, M.; Peters, J.

Biobasierte Flammschutzmittel für den Brandschutz von Holz und Holzbeschichtungen

Holztechnologie 60(2019)3. – S. 25 - 29 : 4 Abb., 16 Lit.

„Zur Flammhemmung brennbarer Materialien werden je nach Anforderung und Materialverträglichkeit unterschiedliche Typen von Flammschutzmitteln (FSM) eingesetzt. Als besonders wirksam haben sich halogenierte FSM erwiesen, deren Verwendung aber in den letzten Jahren insbesondere in Nordamerika und Europa drastisch eingeschränkt und teilweise verboten wurde. Ursachen hierfür liegen in deren umwelt- und gesundheitsgefährdender Wirkung. Gesundheitlich unbedenkliche, umweltfreundliche und zugleich nachhaltige Flammschutzlösungen werden aktuell durch die Entwicklung biobasierter Konzepte angestrebt und in der Fachliteratur verstärkt diskutiert. Der vorliegende Beitrag gibt einen Kurzüberblick über ein vielversprechendes und zugleich umweltfreundliches Konzept zur flammhemmenden Ausstattung von Holz, Holzwerkstoffen und Holzbeschichtungen.“ (Autorenreferat)

 

Herzberg, M.; Korn, C.; Wagenführ, A.

Energieeffiziente Schmalflächenbeschichtung mit keramischen Heizelementen

Holztechnologie 60(2019)3. – S. 30 - 36 : 7 Abb., 8 Lit.

„Durch die Schmalflächenbeschichtung von Holzwerkstoffen soll in der industriellen Fertigung neben den qualitativen Forderungen nach hochfesten Verbindungen zwischen Holzwerkstoff und Schmalflächenbeschichtungsmaterial (SFBM) auch das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert, optischen Ansprüchen genügt und Emissionen des Holzwerkstoffs an die Umgebung unterbunden werden. Das Beschichten der Schmalflächen ist im Bereich der Bauteilherstellung des Möbel- und Innenausbaus ein wichtiger Arbeitsschritt und die Qualität der Schmalflächenbeschichtung ist für das gesamte Bauteil entscheidend. Bei jedem Möbelbauteil entsteht unabhängig vom Fertigungsverfahren eine Fuge zwischen Schmalflächenbeschichtung und Holzwerkstoff. Wird die Verbindung zwischen SFBM und Holzwerkstoff geschädigt, kann es zu einem Versagen des kompletten Bauteils kommen. Einen völlig neuen Ansatz zur Schmalflächenbeschichtung mit lokal definierter Erwärmung von SFBM stellen kompakte, flächige Keramikheizer auf Basis keramischer Dickschicht- bzw. Multilayertechnologie dar. Dabei wird das SFBM durch Einwirkung extrem wirkstellennaher Wärmeerzeugung der keramischen Heizer gezielt erwärmt und unmittelbar danach mit dem Bauteil stoffschlüssig gefügt.“ (Autorenreferat)

 

Rangno, N.; Mäbert, M.; Kath, S.; Behrendt, L.; Scheiding, W.

Entwicklung alternativer Substrate für die Kulturpilzproduktion aus nachwachsenden Roh und Reststoffen

Holztechnologie 60(2019)3. – S. 37 - 41 : 2 Abb., 7 Lit.

„Die wirtschaftliche Relevanz von Kulturpilzen einheimischer Produktion ist bereits heute hoch und wird künftig noch deutlich steigen. Ziel des Projektes war die Entwicklung von Rezepturen und Herstellungsverfahren für neuartige Substrate zur Produktion von Kulturpilzen am Beispiel von Referenzpilzen (Mandelpilz, Shiitake, Kräuterseitling) auf Basis nachwachsender Rohstoffe oder Reststoffe aus deren Verarbeitung. Durch das Forschungsvorhaben konnten alternative und ertragssteigernde Pilzsubstrate aus einheimischen nachwachsenden Roh- bzw. Reststoffen (z. B. Nadelholz, Hanf, Weide, Xylit, abgetragene Substrate aus Pilzproduktion) für verschiedene Kulturpilze entwickelt werden.“ (Autorenreferat)

 

Unbehaun, H.; Oktaee, J.; Niese, N.; Tech, S.; Wagenführ, A.

Einsatz holzfaserbasierter Ölbinder zur Ölhavariebekämpfung auf dem Meer

Holztechnologie 60(2019)3. – S. 42 - 49 : 10 Abb., 1 Tab., 7 Lit.

„Ölhavarien auf See werden oft von ungünstigen Wetterbedingungen begleitet oder treten in schwer zugänglichen Meeresgebieten auf, wodurch der Einsatz vorhandener Technik zur Ölbeseitigung oft nicht möglich ist oder erschwert wird. Im Rahmen des Verbundprojektes BioBind sowie einem Folgeprojekt wurde ein Ölhavariebekämpfungssystem entwickelt, das eine schnelle Ölbeseitigung auch bei ungünstigen Wetterbedingungen und in Flachwasserge-bieten ermöglicht. Kern der Entwicklung bilden schwimmfähige holzfaserbasierte Ölbinder, die mit ölabbauenden Mikroorganismen ausgerüstet, per Flugzeug oder Schiff ausgebracht und mit Netzsperren oder im Brandungsbereich der Küste wieder aufgenommen werden können. Die Eignung der patentierten Ölbinder und des neuen BioBind-Havariesystems wurde in Labor- und Mesokosmenexperimenten sowie bei mehreren Seeerprobungen auf der Ostsee nachgewiesen. In einem Folgeprojekt wurde die Herstellung der Ölbinder und deren Ausrüstung bis zur Industriereife entwickelt. Sie bilden den Kern eines Havariesystems, das im Rahmen des von der EU geförderten Verbundprojektes SBOIL zusammen mit Partnern aus Ostseeanrainerstaaten im Südbaltischen Gebiet etabliert wird. Seit 2017 bestehen enge Kontakte zu Forschungs- und Industriepartnern im Iran. Ziel eines geplanten Folgeprojektes ist der Transfer der BioBind-Technologie in die Region des Persischen Golfes, die zu den bedeutendsten Ölfördergebieten der Erde zählt.“ (Autorenreferat)

 

Barbu, M. C.; Phong, P. X.

Universitäre Ausbildung für Holzwissenschaft in Europa und weltweit; Part 28: Vietnam (2)

Holztechnologie 60(2019)3. – S. 50 - 55 : 12 Lit.

„In 13 Teilen wurden wichtige Hochschulinstitutionen für Holzwissenschaft und Holztechnologie aus 33 Ländern Europas vorgestellt. Die Teile 14 bis 21 gaben eine Einführung in die Lage der nordamerikanischen Forst- und Holzindustrie und stellten kanadische und US-amerikanische Institutionen für die Holzwissenschaften und die Holzforschung vor. Teil 27 hat die Reihe von Beiträgen über Asien und zwar die Ausführung zur Forstwirtschaft eröffnet und Teil 28 führt die Holzwirtschaft und die universitäre Ausbildung und Forschung im Bereich Holz in Vietnam weiter.“ (Autorenreferat)

DB Holz
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