Scheiding, W.; Müller, C.; Gecks, J.

Orientierende Untersuchung der Querdruckfestigkeit thermisch modifizierter Hölzer


Thermisch modifizierte Hölzer (TMT) werden im Innen- und Außenbereich eingesetzt, jedoch bisher nicht für lasttragende Anwendungen. Gründe hierfür sind fehlende charakteristische Werte der Festigkeit. Gleichwohl kommen eine Reihe Verwendungsmöglichkeiten im Last tragenden Bereich in Frage. Für die Verwendung von TMT spricht seine verbesserte Resistenz gegen Holz zerstörende Pilze. Zudem wird das Holz nicht auf Biegung, sondern auf Querdruck beansprucht. Der Druckversuch wurde an TMT aus Fichte, Kiefer, Buche und Esche durchgeführt. Die Abmessung der Prüfkörper betrug 100 x 100 x 22 mm3. Die Prüfkörper wurden vor der Prüfung im Normalklima 20/65 klimatisiert. Die Prüfkörper wurden vollflächig quer zur Faser belastet. Ein Teil der Prüfkörper lieferte nicht auswertbare Kurvenverläufe. Vermutlich entstanden während der Druckbeanspruchung innere Stauch- und Scherbrüche. Die Prüfkörper aus Esche bzw. Buche wiesen nur geringe Spuren von Eindrücken (Ringmarken der Pressstempel) auf, Prüfkörpern aus Fichte bzw. Kiefer zeigten deutlichere Druckspuren. Ergebnisse: Die Druckfestigkeiten lagen mit 4,0 bzw. 3,3 N/mm2 für TMT Kiefer und TMT Fichte über dem für die Festigkeitsklasse C30 angegebenen Rechenwert von 2,7 N/mm2. Von den beiden geprüften Produkten TMT Esche erreichte eines mit 8,1 N/mm2 den für die Klasse D30 angegebenen Wert, das andere verfehlte diesen mit 7,8 N/mm2 knapp. Beide Varianten TMT Buche lagen mit 7,3 bzw. 7,4 N/mm2 ebenfalls darunter.


Erschienen in Heft 3/2006, S. 47 - 49


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DB Holz
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