Schulz, T.; Tobisch, S.

Untersuchungen zur Herstellung mehrlagiger Massivholzplatten unter Einsatz von Holz-faserdämmplatten als Mittellagen; Teil 2: Weiterführende Untersuchungen und Industrieversuche

 


Mit dem Hintergrund der Erweiterung der Anwendungsgebiete von Massivholzplatten war das Ziel der hier vorgestellten Arbeiten die Herstellung mehrlagiger Massivholzplat-ten im Labormaßstab unter Einsatz leichter Mittellagen aus Holzfaserdämmplatten. Dabei wurden Pressdruck und -zeit, Klebstoffformulierung, eingesetzte Vollholzlamellen für die Decklagen und Holzfaserdämmplatten für die Mittellagen variiert. Im zweiten Teil der Veröffentlichung erfolgen Ausführungen zu Ursachen und Möglichkeiten zur Vermeidung der im ersten Teil erwähnten Rissbildungen, zur Durchführung der Industrieversuche und zu erzielten Eigenschaftswerten im Vergleich zu ausgewählten Holzwerkstoffen. Es kann eingeschätzt werden, dass die Herstellung von "Massivholz"-Platten mit Dämmplattenmittellage und Vollholz in der Decklage möglich ist und auch kostenmäßig eine interessante Alternative darstellt. Erwartungsgemäß verringerten sich die Festigkeiten im Vergleich zu Massivholzplatten mit Vollholzmittellage, während sich die Wärmedämmeigenschaften sowie die Wasserdampfdurchlässigkeit deutlich verbesserten. Die Mittellagen erfahren bei Verwendung von im Nassverfahren hergestellten Dämmplatten während des Pressvorganges bei Druck-Zeit-Steuerung eine Verdichtung. Dies konnte nur durch Nutzung eines Weg-Zeit-Pressdiagramms oder den Einsatz von Distanzleisten verhindert werden. Beides steht einer industriellen Umsetzung entgegen. Die zum großen Teil reversible Verdichtung führte nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der Querzugfestigkeiten. Bei Einsatz von im Trockenverfahren hergestellten Holzfaserdämmplattenmittellagen wurde nach Öffnen der Presse sowohl bei Druck-Zeit- als auch Weg-Zeit-Steuerung der Presse eine Rissbildung in den Randzonen der Dämmplattenmittelschicht in unterschiedlich starkem Maße beobachtet. Dies konnte auch durch Einsatz von Distanzleisten und Weg-Zeit-Pressdiagrammen nicht gänzlich verhindert werden.


Erschienen in Heft 3/2006, S. 6 - 12


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