holztechnologie - Ausgabe 5/2010

Kurzfassungen der Beiträge aus Heft 5/2010


 

Roffael, E.; Rolleri, A.

Oberflächenrauheit von mitteldichten Faserplatten (MDF) in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt


"Mitteldichte Faserplatten (MDF) nehmen nach dem Pressvorgang in Abhängigkeit von dem verwendeten Rohmaterial und Bindemittel sowie von der herrschenden relativen Luftfeuchte unterschiedlich Feuchte auf. MDF mit alkalisch härtenden Tanninformaldehydharzen (TF-Harze) als Bindemittel weisen im Allgemeinen bei der gleichen relativen Luftfeuchte eine höhere Feuchte auf als MUF-gebundene Platten. Dennoch zeigen die unter den in der Arbeit beschriebenen Bedingungen mit TF-Harz gebundenen MDF bei gleicher relativer Luftfeuchte eine weitaus geringere Oberflächenrauhigkeit auf als die entsprechenden MUF-gebundenen Platten. MDF mit Korkdeckschichten weisen geringe Veränderungen in der Oberflächenrauheit mit zunehmender relativer Luftfeuchte auf. Die Ergebnisse lassen fernerhin den Schluss zu, dass zwischen der erreichten Gleichgewichtsfeuchte und der Rauheit keine direkten Zusammenhänge bestehen, wenn Platten mit unterschiedlichen Bindemitteln verglichen werden." (Autorenreferat)



Dorner, F.; Wuzella, G.; Unterweger, C.; Müller, U.

Härtungskontrolle aminoplastischer Harze durch modellfreie Kinetik


"Der Beitrag stellt die Charakterisierung der Härtung eines Harnstoffharzes mittels modellfreier Kinetik nach Vyazovkin vor. Ausgehend von dynamischen DSC-Messungen kann der Umsatz der Härtung in Abhängigkeit der Heizrate bestimmt werden. Anhand dieser Daten wird eine kinetische Analyse durchgeführt, welche es erlaubt, die Härtungsreaktion in Abhängigkeit von Temperatur und Zeit umfassend darzustellen. Im Bereich dekorativer Oberflächen konnte für MF-Harze gezeigt werden, dass sich aus den durchgeführten Berechnungen durch Verknüpfung mit statistischer Versuchsplanung konkrete Produkteigenschaften ableiten lassen." (Autorenreferat) Die Kombination von Differentialkalorimetrie (DSC) in druckfesten Tiegeln mit anschließender mathematischer Analyse nach Vyazovkin, der so genannten modellfreien Kinetik, ist nach den vorliegenden Untersuchungen für die wissenschaftliche Betrachtung der Härtung von Aminoplastharzen sehr gut geeignet. Auf Basis von drei bis fünf DSC-Messungen können konkrete Aussagen über die erreichbaren Umsatzgrade der Härtung von beliebigen aminoplastischen Harzsystemen bei zuvor festgelegten Temperaturen und Zeiten getroffen werden. Ausgehend von diesen Daten konnte gezeigt werden, dass auf erreichbare Produkteigenschaften, welche direkt vom Reaktionsumsatz abhängig sind, geschlossen werden kann.



Bonigut, J.; Stephani, B.; Dube, H.

Eigenschaften thermisch vergüteter Massivholzplatten und OSB; Teil 2: Langzeiteigenschaften


Teil 1 in Holztechnologie 51(2010)4. - S. 14 - 18

Es wurden PF-gebundene OSB sowie MUF-verleimte Massivholzplatten thermisch nachbehandelt, um dadurch deren Eignung für Anwendungen im Feucht- bzw. Außenbereich zu verbessern. Bei den Auswertungen der Prüfergebnisse der Langzeiteigenschaften konnte festgestellt werden, dass eine thermische Nachbehandlung auf die Kriecheigenschaften und die Formänderung der untersuchten Holzwerkstoffe einen unterschiedlichen Einfluss zeigt. Während die Untersuchungen zum Kriechverhalten sowohl nach ENV 1156 als auch nach DIN 68874-1 ergaben, dass das Verhalten von OSB positiv beeinflusst wurde, hatte die thermische Nachbehandlung auf das Kriechverhalten von Massivholzplatten einen leicht negativen Einfluss. Die Formänderung dagegen scheint durch die thermische Behandlung kaum beeinflusst zu werden. Die Messwerte der unbehandelten sowie nachbehandelten Massivholzplatten und OSB lagen alle in einem engen Rahmen.



Mai, C.

Review: Prozesse der chemischen Holzmodifizierung; Stand der industriellen Entwicklung


"Die chemische Modifizierung ist eine relativ neuartige Technologie zur Verbesserung der Materialeigenschaften von Massivholz, wie der Dimensionsstabilität und der Resistenz gegenüber holzzerstörenden Pilzen und Insekten. Durch die Verringerung einiger natürlicher Schwachpunkte wird Holz im Hinblick auf bereits bestehende Anwendungen verbessert; gleichzeitig können neue Anwendungsgebiete erschlossen werden. Holz gewinnt damit an Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Materialien wie Kunststoffen, Metallen oder Beton. Bereits seit den 1930er Jahren wurden weltweit diverse Verfahren zur Holzmodifizierung entwickelt. Allerdings wurden einige Verfahren der thermischen und chemischen Modifikation von Massivholz erst in den letzten zehn Jahren erfolgreich kommerzialisiert. In diesem Übersichtsartikel werden die drei am weitesten entwickelten Verfahren der chemischen Holzmodifizierung vorgestellt: die Acetylierung mit Acetanhydrid (Accoya, Titan Wood), die Furfurylierung mit Furfurylalkohol (Kebony) und die Vernetzung mit 1,3-Dimethylol-4,5-dihydroxyethylenharnstoff (DMDHEU) (Belmadur, BASF)." (gekürztes Autorenreferat)


 

Gottlöber, C.; Oertel, M.; Wagenführ, A.

Der Einfluss extremer Werkzeug-Neigungswinkel beim Umfangsplanfräsen von Holz; Teil 1: Theorie und Erkenntnisstand


"Das Prinzip des ziehenden Schnittes stellt eine Möglichkeit dar, die Zerspankräfte, die Oberflächenqualität, die Lärm- und Spanemission sowie den Werkzeugverschleiß beim Umfangsplanfräsen zu beeinflussen. Dieser Effekt wird durch eine generelle Verstellung des Werkzeug-Neigungswinkels erreicht. Dabei wurde bisher jedoch nur der Bereich bis etwa 50 Grad, zumeist weit darunter, an Umfangsplanfräswerkzeugen untersucht und teils praktisch umgesetzt. Einem Ansatz des Institutes für Holz- und Papiertechnik der TU Dresden nach einer Idee von Prof. Roland Fischer folgend wird eine weitergehende Verstellung des Neigungswinkels der Schneiden größer 45 Grad bis etwa 85 Grad favorisiert. Über eine theoretische Analyse der Verhältnisse beim Umfangsplanfräsen mit Werkzeug-Neigungswinkeln größer 0 Grad werden Ursachen, Mechanismen und Wirkungen dargestellt und erörtert. Eine Grundlage dafür bildet auch die Betrachtung historischer Untersuchungen zum Gegenstand dieses Beitrages." (gekürztes Autorenreferat)



Fuchs, I.; Kleber, D.; Mucha, M.; Pflüger, T.

Einfluss der Vorbehandlung auf die Qualität beim Pulverbeschichten


"Es werden die Ergebnisse eines am Institut für Holztechnologie Dresden bearbeiteten Projektes zum Einfluss der Vorbehandlungsverfahren (Schleifen, Thermoglätten, Bürsten) auf die Qualität der Oberflächen pulverbeschichteter MDF vorgestellt. Die Pulverbeschichtung erfolgte mit NT- und UV-Pulver an einer industriellen Pulverbeschichtungsanlage. Die Versuche wurden unter Verwendung verschiedener leitfähiger MDF-Typen sowie eines speziellen Musterteiles durchgeführt, das eine Vielzahl für ein Möbelteil typischer Merkmale beinhaltete. Die relevanten Eigenschaften der MDF-Typen wurden vor der Pulverbeschichtung bestimmt. Nach der Beschichtung erfolgte eine Bewertung der Oberflächenqualität, die Bestimmung von Rauheit, Haftfestigkeit und Dicke der Pulverschicht. Mittels Klimatests wurde die Beständigkeit der Pulverbeschichtung eingeschätzt. Die Ergebnisse der Beschichtungsversuche bewiesen, dass das Thermoglätten ein vorteilhaftes Verfahren für die Vorbehandlung von Schmalflächen und Einfräsungen im Zusammenhang mit der Pulverlackierung ist." (gekürztes Autorenreferat)



Wuzella, G.; Mahendran, A.R.; Bätge, T.; Jocham, C.; Kandelbauer, A.

Pulverlackierung von Pressteilen aus 3-D-verformbaren Naturfaserverbundwerkstoffen; Beurteilung der Oberflächengüte der beschichteten Pressteile für Anwendungen in der Möbelindustrie; Teil 2: Phenolharz-gebundene Pressteile


Teil 1 in Holztechnologie 51(2010)4. - S. 34 - 38

"Es wird untersucht, inwieweit sich die Pulverlacktechnologie für die Beschichtung von Teilen aus Naturfaserwerkstoffen eignet. Dazu wurden Fasermatten aus Flachs, Hanf, Kenaf, Kokos, Holz und Mischungen davon hergestellt und mit Phenolharz bei jeweils zwei Harzanteilen imprägniert. Die Imprägnate wurden zu Platten verpresst, ein Teil der Platten wurde geschliffen und danach wurden alle Platten mit Pulverlack beschichtet. Es zeigte sich, dass jedes Fasermaterial ohne Probleme, wie Fehlstellen ohne Lack, Ausgasen oder Rissbildung, zu lackieren war. Nicht jedes Fasermaterial erreichte denselben hohen Grad an Oberflächengüte. Die Oberflächengüte als zentraler Parameter, der Eigenschaften wie Glattheit, Geschlossenheit der Oberfläche und Beschichtungsqualität umfasst, wurde mit Hilfe von Profilometermessungen untersucht und mit den daraus ermittelten Kennwerten der Einfluss der Faserart, des Harzes, des Harzanteils und des Schleifens auf die Oberflächengüte erfasst." (gekürztes Autorenreferat)



Eder, A.; Hansmann, C.; Schwarzbauer, P.

Marktchancen für modifiziertes Massivholz im deutschsprachigen Raum; Teil 1: Einleitung und Forschungsmodell

Holztechnologie 51(2010)5. - S. 44 - 49 : 3 Abb., 2 Tab.


"Die Marktchancen für modifiziertes Massivholz (MMH) in ausgewählten Branchen werden abgeschätzt. Das Forschungsdesign wird im ersten Teil des zweiteiligen Beitrags dargestellt. Dieser beinhaltet die Beschreibung des Forschungsmodells zur Abschätzung der Marktchancen eines neuen Holzwerkstoffes und die Darstellung der dazu notwendigen methodischen Schritte. Diese Abschätzung erfolgt durch Verwendung eines Forschungsmodells, das vorwiegend auf die Ergebnisse einer Befragung potenzieller Anwender zurückgreift. Das Forschungsmodell baut auf der Theorie des organisationalen Beschaffungsverhaltens auf. Die Befragung der potenziellen Weiterverarbeiter umfasste die Themen: verwendete Werkstoffe und Holzwerkstoffe sowie deren jeweilige Stärken in speziellen Anwendungsbereichen; wichtigste Werkstoffanforderungen für die jeweiligen Anwendungsbereiche; Informationsstand und Interesse; Einsatz- und Zahlungsbereitschaft für modifiziertes Massivholz sowie Entscheidungsprozess der Materialwahl." (gekürztes Autorenreferat)



Putzger, R.; Matheas, J.; Haller, P.

Gemessene Quellungsdrücke von Fichtenholz und Fichtenpressholz in Wasser und Salzlösungen


"Die behinderte Quellung ist für die Bemessung von Bauteilen aus Holz, welche mit Wasser oder wässrigen Lösungen in Berührung kommen, oft die maßgebende mechanische Beanspruchung. Es werden die zeitlichen Verläufe der Quellungsdrücke von Proben aus Fichte in Wasser sowie an radial verdichteten Proben derselben Holzart in Wasser und Salzlösungen dargestellt." (gekürztes Autorenreferat) Einleitend werden die drei Grenzzustände des Sättigungsgrades Darrtrockenheit, Faser- und Wassersättigung sowie der Quellungsdruck erläutert. In den Versuchen hatten die Proben zu Beginn einen Feuchtegehalt von 6,5 % bzw. 9,0 % und eine Vorspannung von 0,15 N/mm2. Die Rohdichte der unverdichteten Fichtenholz-Probekörper betrug zu Beginn 0,37 g/cm3 und 0,54 g/cm3, die des Pressholzes 0,71 g/cm3 bis 0,77 g/cm3. Der Quellungsdruck stieg mit zunehmender Holzfeuchte zunächst an. Bei Erreichen des Maximums führten Deformationen bzw. Veränderungen am Zellgefüge zum Absinken der Quelldruckspannung (Relaxation). Das Quellverhalten wird maßgebend durch die Rohdichte bestimmt. Das Quellungsverhalten in Lösungen ändert sich signifikant in Abhängigkeit der Konzentration.



Makas, M.

Normung von Holzfaserplatten als Dämmstoff und Holzwerkstoff; Überblick und Ausblick


Die als Holzweichfaserplatten bezeichneten Faserplatten im Dichtebereich von 140 kg/m3 bis 280 kg/m3 werden in den letzten Jahren als Holzfaserdämmstoffe mit Rohdichten bis zu 35 kg/m3 oder poröse Holzfaserplatte mit Rohdichten bis zu 300 kg/m3 im Baubereich, vor allem als Dämmstoff im Holzrahmenbau und bei Sanierungen, häufig eingesetzt. Die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten spiegeln sich in der Normung wider. So trat 2003 für die Normung von Holzfaserdämmplatten in Deutschland DIN EN 13171 in Kraft, letzte Fassung ist die von 2009-02. Diese Norm regelt werksmäßig hergestellte Wärmedämmstoffe aus Holzfasern mit einem Nennwert des Wärmedurchlasswiderstandes größer als 0,50 m2K/W bzw. einer deklarierten Wärmeleitfähigkeit von nicht größer als 0,070 W/mK bei 10 grd C. 2002 trat für poröse Holzfaserplatten DIN EN 13986 in Kraft, gültig ist die Fassung von 2005-03. Nach diesem Regelwerk werden die Produkteigenschaften und die CE-Kennzeichnung samt der Konformität der Produkte festgelegt. Hierunter fallen auch Holzfaserplatten (Nassverfahren) mit einer Rohdichte größer 230 kg/m3, geregelt nach derzeitiger Fassung der DIN EN 622-1:2003. Mit Einführung der neuen Construction Product Regulation (CPR), mit welcher 2013 gerechnet werden kann, werden in die oben beschriebene Normen die Ergebnisse der CEN/TCs 350 "Sustainability of construction works" und 351 "Dangerous Substances" einfließen.



Stys, T.

Entwicklung der Schutzrechtsanmeldungen im Holzbearbeitungmaschinenbau; Ein Überblick zum Stand; Teil 1


Mit dem Beitrag beginnt der Überblick über die Schutzrechtssituation bei Maschinen und Werkzeugen für die Holzbe- und -verarbeitung, wobei nach den klassischen Bearbeitungsarten, wie Sägen, Bohren und Fräsen auch Maschinen für neuere Arten der Herstellung und Verarbeitung von Holzwerkstoffen, wie Extruder, Spritzgießmaschinen, Heizanlagen, Mischer, Klimatechnik, Schutzeinrichtungen, Steuerungstechnik und Messtechnik dargestellt werden sollen. Der Beitrag arbeitet die für weitere Analysen wichtigen Klassen der IPC heraus und gibt einen Überblick zum Gesamtbestand der maschinentechnisch orientierten Schutzrechtsanmeldungen im Zeitraum von 1978 bis 2009. Die Holztechnologie ist in der IPC hauptsächlich in Subsektion B27 (vorrangig klassische Verfahren, Maschinen und Apparate, Werkzeuge und Erzeugnisse) klassifiziert, wenngleich nicht in jedem Fall eine Maschine, ein Gerät oder eine Apparatur Gegenstand der Erfindung ist. Zahlreiche weitere relevante Subsektionen und Subklassen, wie B05 (Aufbringen von Flüssigkeiten auf Oberflächen), B23 (Werkzeugmaschinen), B24 (Bearbeiten von Holz unter Verwendung von Schleifvorrichtungen), werden zusammen mit der jeweiligen Vergabehäufigkeit als Haupt- oder Nebenklasse in deutschen Schutzrechtsanmeldungen aufgelistet.



Wagenführ, R.; Weiß, B.

Douglasie


Zur Holzart Douglasie (Pseudotsuga menziesii Franco) sind angegeben: Namen, Vorkommen, Farbe, Textur, Geruch, makroskopische und mikroskopische Strukturmerkmale, physikalische, mechanische und chemische Eigenschaften, Bearbeitung einschließlich Trocknung, Verklebung und Oberflächenbehandlung, Holzfehler, Dauerhaftigkeit und Verwendung. Das Holz wird als Furnierholz, überwiegend Schälfurnier, Ausstattungsholz und Konstruktionsholz für mittlere Beanspruchungen im Innen- und Außenbau, Spezialholz für Masten, Pfähle, Schwellen, Fässer und Sperrholz verwendet. Hinweise: Engringiges, gleichmäßig gewachsenes Douglasienholz wird bevorzugt. Es werden 5 Pseudotsuga-Arten unterschieden.

DB Holz
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