holztechnologie - Ausgabe 6/2010

Kurzfassungen der Beiträge aus Heft 6/2010


Niemz, P.; Mannes, D.; Koch, W.; Herbers, Y.
Eindringverhalten verschiedener Flüssigkeiten in Holz - Einfluss von Netzmitteln und Aufbringungsart
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 5 - 11 : 10 Abb., 2 Tab., 3 Lit.

"Es wurde das Eindringverhalten verschiedener Flüssigkeiten in Fichte und Buche in radialer und tangentialer Richtung sowie ergänzend in Faserrichtung für verschiedene Einbringarten (Anstrich, Tauchen, Druckimprägnierung) geprüft. Die Eindringtiefe der geprüften Systeme stieg in der Reihenfolge Anstrich, Tauchen, Druckimprägnierung. Analog den Ergebnissen der Flüssigkeitsaufnahmekoeffizienten gelang es nur den oberflächennahen Bereich zu imprägnieren. Eine Tiefenimprägnierung wird nicht erreicht. Die Eindringtiefe konnte auch durch Verwendung von Netzmitteln und Lösemitteln nur geringfügig beeinflusst werden." (gekürztes Autorenreferat) Bei den Versuchen wurden folgende Parameter variiert: Aufnahmerichtung (radial, tangential, longitudinal), Lösemittel (Art, pH-Wert, Netzmittel), Wirkstoff (Art und Größe der Nanopartikel) sowie Aufbringungsart (Tauchimprägnierung, Druckimprägnierung).


Görmar, G.
Mechanische Beständigkeiten speziell modifizierter Oberflächen auf Dekorfinishfolien
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 12- 17 : 10 Abb., 3 Tab., 15 Lit.

"Dekorfinishfolien werden in den meisten Fällen durch Bedrucken und Lackieren von hochwertigen Spezialpapieren (Vorimprägnate) hergestellt. Sie zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität und eine einfache Verarbeitbarkeit auf kontinuierlichen Beschichtungs- und Ummantelungsanlagen aus. In den letzten Jahren wurde bei der Entwicklung neuer Oberflächen auf der Basis von Dekorfinishfolien besonderes Augenmerk auf die Verbesserung der mechanischen Eigenschaften (Abrieb, Kratzfestigkeit, Scheuerbeständigkeit) gelegt. Dabei wurden unterschiedliche Konzepte verfolgt. Die neuen Produkte sollten trotz ausreichender Flexibilität gute mechanische Beständigkeiten hinsichtlich Verarbeitung und Anwendung aufweisen. Titanoflex-Oberflächen mit unterschiedlichen mechanischen Eigenschaftsprofilen werden verschiedenen neuen Produkten gegenübergestellt. Weiterhin wird eine Prüfmethode zur Bestimmung des Abriebs zur Diskussion gestellt, die vor allem für Oberflächen ohne gedruckte Dekore eingesetzt werden kann." (gekürztes Autorenreferat)


Beyer, M.; Flyunt, R.; Weichelt, F.; Emmler, R.
Witterungsbeständige Beschichtungen von Holz und WPC auf der Basis von lösemittelarmen transparenten Acrylat-Silica-ZnO-Nanokompositen
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 18- 21 : 2 Abb., 3 Tab., 6 Lit.

"Es wurden transparente, industriell verarbeitbare, UV-härtbare Nanokomposite für die Beschichtung von Holz im Außenbereich entwickelt, deren Eigenschaften sich an unterschiedliche Anforderungen anpassen lassen. Der Einfluss der Bindemittelrohstoffe und der Härtungsbedingungen auf die mechanischen, optischen und hygroskopischen Eigenschaften der Beschichtung wurde untersucht, wobei sich zeigte, dass durch Optimierung der Elastizität und Minimierung der Wasseraufnahmefähigkeit der Beschichtung eine gute Eignung für den Außeneinsatz gewährleistet wird. Die Charakterisierung beschichteter Holzproben nach künstlicher und natürlicher Bewitterung ergab, dass nanoskaliges ZnO ein effizienter UV-Absorber für diese Beschichtungssysteme ist, insbesondere bei einer Verwendung in Kombination mit einer ligninstabilisierenden Imprägnierung. Es wurde eine gegenüber konventionell geschützten Holzoberflächen deutlich verbesserte Witterungsbeständigkeit und optische Qualität der Proben beobachtet. Das entwickelte Nanokomposit-Lacksystem kann auch zum Witterungsschutz von Fassadenelementen aus WPC genutzt werden." (gekürztes Autorenreferat)


Wimmer, R.; Kloeser, L.; Himmel, S.
Hybridklebstoffe und Mehrfachnutzen von Holz - Grundlagenforschung initiiert durch die Industrie
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 22- 27 : 6 Abb., 16 Lit.

"Es werden zwei Themen der Grundlagenforschung diskutiert, die beide Kontakten mit der Industrie entstammen: Mischkondensate mit emulgierbarem PMDI (ePMDI) wurden bislang kaum untersucht. In einer Leimflotte wurden reines UF-Harz sukzessiv durch ePMDI ersetzt und damit Labor-Spanplatten hergestellt. Geringe ePMDI-Zugaben führten bereits zu deutlichen Verbesserungen der mechanischen Platteneigenschaften (Biegefestigkeit, Biegesteifigkeit, Querzugfestigkeiten) bzw. der Dickenquellung. Der Formaldehydgehalt war erst bei ausschließlicher ePMDI-Verwendung deutlich verringert. Beim Thema "Bioraffinerie" sollten mehrere Nutzungsmöglichkeiten von Holz integriert werden. In Experimenten wurden als Vorstufe mittels Heißwasser-Extraktion aus dem Holz Hemicellulosen gelöst. Die extrahierten Späne lieferten Spanplatten mit zum Teil verbesserten technologischen Eigenschaften, wobei sich Laubholzarten offenbar für diese Mehrfachnutzung besser eignen als Nadelhölzer. Die Ausbeute an hydrolysierbaren Hemicellulosen für die Ethanolherstellung betrug an die 20 % der Trockenmasse." (gekürztes Autorenreferat)
 


Gottlöber, C.; Oertel, M.; Wagenführ, A.
Der Einfluss extremer Werkzeug-Neigungswinkel beim Umfangsplanfräsen von Holz; Teil 2: Experimentelle Untersuchungen
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 28 - 34 : 10 Abb., 2 Tab., 5 Lit.

Teil 1 siehe Holztechnologie 51(2010)5. - S. 27 - 33
"Das Prinzip des ziehenden Schnittes stellt eine Möglichkeit dar, das Prozessverhalten beim Umfangsplanfräsen zu beeinflussen. Dieser Effekt wird durch eine generelle Verstellung des Werkzeug-Neigungswinkels Lambda Index s ungleich 0 Grad erreicht. Dabei wurde bisher jedoch nur der Bereich bis etwa 50 Grad, zumeist weit darunter, an Umfangsplanfräswerkzeugen untersucht und teils praktisch umgesetzt. Einem Ansatz des Institutes für Holz- und Papiertechnik der Technischen Universität Dresden folgend wird eine weitergehende Verstellung des Neigungswinkels der Schneiden größer 45 Grad bis etwa 85 Grad favorisiert. Nachdem im Teil 1 der Stand der Technik dargestellt wurde, wird in Teil 2 über durchgeführte Experimente an Versuchsfräswerkzeugen berichtet." (gekürztes Autorenreferat) Eine ansteigende Schneidenneigung am Werkzeug führt zu einem zunehmend axialen Spanflug mit deutlich verminderter Geschwindigkeit. Somit lassen sich die Späne bedeutend einfacher erfassen als bei herkömmlichen Fräswerkzeugen. Das dürfte einer Verringerung der Staubemission dienlich sein. Das Prinzip der Schneidenneigung verlängert nachweislich die Werkzeug-Standschnittwege. Im Projekt konnte der praktische Nachweis geführt werden, dass Umfangsplanfräswerkzeuge mit extrem geneigten Schneiden mit erträglichen Aufwand nachgeschliffen werden können. Für eine industrielle Umsetzung ist der Einsatz von Hartmetallschneiden unumgänglich.


Werther, N.; Fülle, C.; Winter, S.
Experimentelle und numerische Analyse des hygrothermischen Verhaltens unbelüfteter Flachdachkonstruktionen in Holzbauweise
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 35 - 40 : 7 Abb., 9 Lit.

"Flachdachkonstruktionen in Holzbauweise werden seit einigen Jahren von Planern und Bauherren wieder verstärkt nachgefragt und ausgeführt. Der Fokus liegt dabei vor allem auf energetisch effizienten, unbelüfteten Konstruktionen. Bauphysikalisch muss jedoch gerade die normkonforme Ausführung mit raumseitig diffusionshemmender Schicht s Index d größer oder gleich 100 m nach DIN 4108-3 (2001) als kritische Bauweise angesehen werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass neuartige Baumaterialien, eine verbesserte Luftdichtheit der Konstruktion, qualitativ hochwertiges und trocken verbautes Holz und Holzwerkstoffe zu sicheren unbelüfteten Flachdachkonstruktionen beitragen können. Auf Basis von Labor- und Feldversuchen sowie weiterführenden numerischen Bauteilsimulationen wurden für deutsche Klimabedingungen Konstruktionsregeln entwickelt, die eine dauerhaft schadensfreie Anwendung von unbelüfteten Fachdachkonstruktionen in Holzbauweise mit ökologischen Bauprodukten und ohne chemischen Holzschutz entsprechend der Gefährdungsklasse (Gebrauchsklasse 0) erlauben." (Autorenreferat)


Eder, A.; Hansmann, C.; Schwarzbauer, P.
Marktchancen für modifiziertes Massivholz im deutschsprachigen Raum; Teil 2: Ergebnisse
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 41 - 45 : 2 Abb., 1 Tab., 31 Lit.

Teil 1 siehe Holztechnologie 51(2010)5. - S. 44 - 49
"Im Focus dieses Beitrages liegt die Abschätzung von Marktchancen für modifiziertes Massivholz (MMH), was diesen zweiteiligen Beitrag abschließt. Die Ergebnisse zeigen positive Marktaussichten für MMH in allen untersuchten Marktsegmenten. Die Untersuchung bestätigt mehrere A-priori-Annahmen: Marktchancen für MMH sind vor allem dort gegeben, wo durch die Modifizierung Eigenschaften verändert werden, die für die Entscheidungsträger wichtig sind. Alle untersuchten Herstellergruppen zeigen Interesse an MMH, jeweils auf unterschiedlichem Niveau. Generell zeigen die Produzenten in den untersuchten Industriezweigen eine Bereitschaft zur Bezahlung eines Aufpreises für ein technisch verbessertes Massivholz. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass die Marktchancen von MMH in der Fußbodenindustrie am höchsten einzuschätzen sind, vor allem zeigt das die Mehrzahlungsbereitschaft der Hersteller." (Autorenreferat)


Aehlig, K.
Möglichkeiten zur Minimierung der Emission von Pentachlorphenol aus kontaminierten Hölzern
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 46 - 48 : 2 Abb., 4 Lit.

"Es wurden Möglichkeiten gefunden, die Emissionen aus PCP-belasteten Bauteilen erheblich zu senken. Bereits mit kleinen Mengen eines Polyimins als aktive Verbindung auf kontaminierten Oberflächen lassen sich die Emissionen über mindestens 570 Tage um 99 % reduzieren. Die gute Wasserlöslichkeit des Polyimins ermöglicht die Verwendung des etablierten Vakuum-Waschverfahrens. Damit können auch größere Objekte, wie Dachstühle oder Deckenverkleidungen, behandelt werden. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die Behandlung praktisch nicht sichtbar ist. Das Verfahren wurde bereits erfolgreich an einem realen Objekt unter industrienahen Bedingungen erprobt." (Autorenreferat) Die kontaminierten Laborproben wurden mit unterschiedlichen Cyclodextrinen und einem speziellen Polyimin behandelt. Mit einer 5-prozentigen Cyclodextrinlösung ließen sich die Emissionen von 55 auf 6,5 Mikrogramm/m3 reduzieren. Mit dem Polyimin konnten die PCP-Konzentrationen von 49 auf 0,2 Mikrogramm/m3 reduziert werden.


Willeitner, H.
DIN 68800 "Holzschutz im Hochbau"; Stand der Neubearbeitung
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 49 - 51 : 1 Abb., 3 Tab.

DIN 68800 erschien erstmalig 1956 und regelt seither den Holzschutz im Hochbau. 1974 wurde die Norm in die noch heute bestehenden Teile 1 bis 4 aufgeteilt und 1978 durch einen Teil 5 für den Schutz von Holzwerkstoffen ergänzt. Seit den letzten Überarbeitungen sind eine Reihe einschlägiger EN-Normen erschienen, die DIN 68800 unmittelbar betreffen und national ohne widersprechenden oder Doppelregelungen zu berücksichtigen sind. Die Neubearbeitung wurde 2006 begonnen. Die Entwürfe sind im Dezember 2009 erschienen. Die lange Bearbeitungszeit veranschaulicht die Schwierigkeiten, die sich auch in der großen Zahl der Einsprecher widerspiegelt. E DIN 68800-1 ist völlig neu konzipiert. Die Änderungen sind ebenso wie die der E DIN 68800-2 bis -4 genannt und größtenteils auch kurz erläutert. Mit dem Erscheinen der Neuausgabe ist im Frühjahr 2011 zu rechnen. Dabei werden gegenüber den Entwurfsfassungen Änderungen erfolgen.


Stys, T.
Entwicklung der Schutzrechtsanmeldungen im Holzbearbeitungsmaschinenbau - Ein Überblick zum Stand; Teil 2
Holztechnologie 51(2010)6. - S. 52 - 54 : 4 Abb.

Teil 1 Holztechnologie 51(2010)5. - S. 56 - 58
Mit dem Beitrag wird der Überblick über die Schutzrechtssituation bei Maschinen und Werkzeugen für die Holzbe- und -verarbeitung fortgesetzt. Nachdem in Teil 1 die für weitere Analysen wichtigen Klassen der IPC herausgearbeitet und zusammen mit der jeweiligen Vergabehäufigkeit aufgelistet wurden, widmet sich Teil 2 den Ergebnissen. Zu den deutschen, europäischen und Welt-Schutzrechtsanmeldungen sind die jeweiligen Anmeldezahlen nach Jahren analysiert. Zu den europäischen Anmeldungen sind 14 für die Treffermenge typische Beispiele mit Titel, bibliografischen Angaben und Hauptanspruch genannt.


Wagenführ, R.; Weiß, B.
Zingana
Holztechnologie 51(2010)6. - S. o. A. : 3 Abb., 2 Lit.

Zur Holzart Zingana (Microberlinia brazzavillensis A.Chev.) sind angegeben: Namen, Vorkommen, Farbe, Textur, Geruch, makroskopische und mikroskopische Strukturmerkmale, physikalische, mechanische und chemische Eigenschaften, Bearbeitung einschließlich Trocknung, Verklebung und Oberflächenbehandlung, Holzfehler, Dauerhaftigkeit und Verwendung. Das Holz wird als Furnierholz, Ausstattungsholz für Vertäfelungen und Ladeneinrichtungen, als Konstruktionsholz im Innen- u. Außenbau, für Sportgeräte, Griffe, Intarsien, zum Drechseln und Schnitzen verwendet. Die Bennennung Zebrano wird für eine Vielzahl ähnlicher Hölzer verwendet.

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